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Baruch de Spinoza
"Unabhängigkeit-Notwendigkeit,
mit Bindestrich, das ist Spinoza" (1)
Prägnant ist auch die Einschätzung von Slavoj Zizek : Für
Spinoza gibt es kein Hobbessches "Selbst", das der Wirklichkeit entzogen wäre
und ihr gegenüberstünde.(2) Spinozas Ontologie ist die Ontologie vollkommener Immanenz in der Welt - d. h. ich "bin" nichts als das Flechtwerk meiner Beziehungen zur Welt und
in ihm vollkommen entäußert.
Mein "conatus", mein Streben, mich selbst zu behaupten, ist somit
keine Selbstbehauptung auf Kosten der Welt, sondern mein uneingeschränktes
Akzeptieren der Tatsache, daß ich Teil der Welt bin, mein "Zur-Geltung-Bringen
der umfassenderen Wirklichkeit", in der allein ich gedeihen kann. Der
Gegensatz von Egoismus und Altruismus ist damit überwunden: Ganz bin ich nicht
als isoliertes Selbst, sondern in der gedeihlichen Wirklichkeit, deren Teil
ich bin. Ein signifikantes Beispiel für Spinozas Argumentationsstruktur bildet
sein Ausspruch "Ignorantia non est argumentum."
Biografie
Baruch de Spinoza war der Sohn einer portugiesisch-(sefardisch-) jüdischen
Kaufmannsfamilie. Sein Vater Michael, der Ende des 16. Jahrhunderts aus Vidiguera
in Südportugal vor der spanischen Inquisition nach den Niederlanden geflüchtet
war, war "Parnassim" (eine Art Ältester) in der Synagoge von Amsterdam. Mit
fünf Jahren wurde Spinoza Mitglied der jüdischen Gesellschaft »Ets Haim« (Baum
des Lebens) und durchlief dort die unteren Stufen der Talmud-Thora Schule,
wodurch er mit dem Hebräischen, den Lehren des Judentums und der jüdischen
Scholastik vertraut wurde. Nach dem Tod seines Halbbruders Isaac 1649 arbeitete
er als Kaufmann in der Firma seines Vaters, ging jedoch gleichzeitig seinem
Studium nach. Sein Hauptinteresse galt den modernen Denkern und der zeitgenössischen
Wissenschaft. Er lernte Latein und beschäftigte sich mit den Werken von Campanella,
Giordano Bruno, Bacon, Descartes und Hobbes. Mit der Zeit löste er sich
geistig vom orthodoxen Judentum; er übte Kritik an der orthodox-jüdischen
Gottesvorstellung und stellte die in der Gemeinde gelebte Auffassung des jüdischen
Gesetzes in Frage, was schließlich nach vergeblichen Kompromißversuchen am
27. Juli 1656 zum Ausschluß aus der jüdischen Gemeinde führte. Der Bann
hatte auch wirtschaftliche Folgen; er konnte das Geschäft nicht mehr weiterführen
und bestritt nun seinen Lebensunterhalt mit dem Schleifen von Gläsern für
Teleskope und Mikroskope, und erhielt finanzielle Zuwendungen wohlhabender
Freunde. Von 1661-1663 wohnte er in Rijnsburg, wo er sein erstes Werk »Korte
Verhandeling van God, de Mensch en deszelfs Welstand« (Kurzer Traktat von
Gott, dem Menschen und seinem Glück) verfaßte. Der hier behandelte Stoff ist
derselbe wie der der Ethica, allerdings noch nicht nach geometrischer Methode
dargestellt. In Rijnsburg schrieb er außerdem den Traktat über die Verbesserung
des Verstandes, den er jedoch nie vollendet hat, sowie die 1663 erschienene
Einführung in die Philosophie Descartes'. Anfang 1663 Umzug nach Voorburg,
wo er an der Ethica arbeitete und sich in die politischen Diskussionen der
Zeit einschaltete. Im Streit zwischen den strengen Anhängern des Calvinismus
und dem liberalen Flügel um Jan de Witt verteidigte Spinoza religiöse und
politische Toleranz. 1669 wechselte er seinen Wohnsitz nach Den Haag.
1670 veröffentlichte er den Tractatus Theologico-Politicus.
1673 erhielt er einen Ruf des Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz auf eine
Professur für Philosophie an die Universität Heidelberg, den er jedoch ablehnte,
weil er befürchtete, durch dieses Amt in der Freiheit seiner Meinungsäußerung
eingeschränkt zu werden und seine Unabhängigkeit zu verlieren.
1674 wurde der Tractatus Theologico-Politicus verboten. Nach jahrelanger Erkrankung
an Tuberkulose starb der von Nietzsche verehrend als der »einsamste Denker«
bezeichnete am 21.2. 1677 in Den Haag, wo er am 25. Februar in einem Mietgrab
bestattet und nach kurzer Zeit in einem Massengrab beigesetzt wurde. Seine
Manuskripte wurden seinem Wunsch entsprechend nach Amsterdam geschickt und
dort im gleichen Jahr von Rieuwertsz mit einem Vorwort von Jarig Jelles ohne
Angabe des Erscheinungsorts und des Namens ediert als »B. d. S. Opera Posthuma
(1677) «. Das Erscheinen der Opera Posthuma erregte von Anfang an Empörung,
was sich in einer Flut emotionsgeladener Schmähschriften gegen Spinoza widerspiegelt.
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Einleitung
Spinozas Lehre läßt sich charakterisieren als "ethischer Rationalismus" und
Pantheismus. Seine Philosophie ist ethisch motiviert und hat die Befreiung
des Menschen aus der Knechtschaft zum Ziel. Spinoza wollte jedoch nicht Moralprediger
sein, sondern den Menschen so in seine Weltordnung hineinstellen, daß er den
Weg zur wahren Glückseligkeit selbst finden kann. Unmittelbar gewisser Inhalt
des Denkens ist die Gottesanschauung. Gott wird von Spinoza mit der Substanz
gleichgesetzt. Alle Dinge, auch Leib und Seele des Menschen, sind für ihn
"Modi" des göttlichen Seins. Die Gleichsetzung Gottes mit der Natur (Deus
sive natura) führt zur Aufhebung der Transzendenz Gottes. (Verweis1) Seine pantheistische Weltanschauung erlaubt es, sich mit der ganzen Welt verbunden
zu fühlen, weil alles in Gott und durch Gott geschaffen ist. Die ganze Welt
ist »sub specie aeternitatis« zu betrachten. Aus der Gottesidee müssen sich
alle anderen Erkenntnisse ableiten lassen. Spinoza versucht alle Erscheinungen
des psychischen Lebens aus dem Selbsterhaltungstrieb des Menschen zu erklären.
Die von der Vernunft geleitete Seele strebt nach Selbsterhaltung, die für
sie mit dem Streben nach wahrer Erkenntnis identisch ist; diese wiederum führt
zur Tugend und zu einer vernünftigen Ethik, wobei die höchste Tugend nichts
anderes ist als die Erkenntnis Gottes, die schließlich im »amor Dei intellectualis«,
der intellektuellen Gottesliebe, gipfelt. - Kaum ein Philosoph war von Anfang
an so umstritten wie Spinoza. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war die Rezeption
seiner Werke weitgehend durch eine ablehnende Haltung gekennzeichnet. Erst
im deutschen Idealismus setzte eine positive Bewertung der Philosophie Spinozas
ein. Zu seinen Bewunderern zählen u.a. Lessing, Herder, Jacobi, Mendelssohn,
Goethe, Fichte, Schelling und Hegel.
Ethik mit geometrischer Methode bewiesen
Wohl auch, um der materialistischen Philosophie eines Thomas Hobbes, der seinem
mechanistischen Denken mithilfe der methodischen Grundsätze der euklidischen
Geometrie (‚Grundbegriffe’, ‚Axiome’, ‚Theoreme’, ‚Demonstrationen’ und ‚Korollarien’
) einen Anschein auf Exaktheit verleihen wollte, etwas Entsprechendes entgegenzusetzen,
griff auch Spinoza in seiner „Ethica, Ordine Geometrico Demonstrata“ der Form
nach in ‚synthetischer’ Darstellung auf diese Methode zurück. Im Gegensatz
zu Hobbes aber erscheint Spinozas Vorgehen dem Inhalt seines Entwurfes adäquater
zu sein. Zwar scheint dies auf den ersten Blick zunächst nicht so; denn von
Ethik sprechen heißt ja, die Freiheit ins Spiel zu bringen - (bei den Dingen,
die ohne Freiheit sind, kann man eben nicht von Ethik sprechen: Wenn ein Ziegel
vom Dach fällt und jemanden tötet, begeht er keinen unethischen Akt, denn
er hat keine Freiheit.) - und wie soll man dann also eine Ethik, die sich
ja an die Freiheit richtet, more geometrice mit geometrischer Methode,
welche ja nur Notwendigkeiten aufweist, erklären?
Das erste Kapitel der "Ethik" handelt »de Deo«, von
Gott. Wie in der Geometrie beginnt das Werk mit Axiomen, Definitionen und
fährt mit Theoremen fort. Das einzig zusätzliche Element, das Spinoza einführt
sind Scholien, eine Art Kommentar am Rande. Wenn ein Lehrsatz ihm philosophisch
besonders wichtig erscheint, so erläutert er ihn nach dem Beweis. Manchmal
können diese Erläuterungen mehrere Seiten umfassen, in denen er seinen philosophischen
Gedanken dann freier entwickeln kann.
Was aber ist nun die philosophische Bedeutung dieser geometrischen Form?
Wie läßt sich Ethik und Geometrie sinnvoll miteinander verbinden? Die Freiheit der Ethik und die Notwendigkeit der Geometrie.
Damit sind wir aber im Herzstück von Spinozas Denken: nämlich die Verknüpfung
von Freiheit und Notwendigkeit. Er sieht schließlich: Freiheit ist Notwendigkeit. Notwendigkeit ist Freiheit.
Wir wollen den Weg, wie Spinoza zu diesem Schluß kam, verfolgen.
»de Deo« beginnt mit der Substanz. Gott ist gleich Substanz.
Das erinnert an die Schule von Milet. Substanz ist aber bei Spinoza ganz anders
aufgefasst. Nicht Wasser, Luft, nicht das Unbegrenzte ist gemeint. 'Substanz'
ist hier das Sein als Grund seiner selbst , in sich, durch sich, für
sich das heißt die absolute Selbstgenügsamkeit des Seins, das
von nichts als sich selbst abhängt. Das ist die Substanz. Das ist Gott. Die
Substanz ist ewig, und das heißt für Spinoza zeitlos.
Wir sind weit entfernt von einer christlichen Vorstellung.
Der Gott-Mensch ist ein Paradox, das Spinoza völlig fremd ist. Er steht ganz
in der jüdischen Tradition, die jeden Anthropomorphismus streng ablehnt.
Die Substanz, das selbstgenügsame Sein, hat Attribute. Diese Attribute
sind nicht einfach zu erklären. Sie sind eine Art, wie sich Gott entfaltet.
Wenn wir sagen, Gott ist in sich, durch sich, Grund seiner selbst, haben wir
ein Sein vor uns, das völlig in sich geschlossen ist, das sich nicht entfaltet.
Die Attribute sind die Entfaltungsweisen der Substanz. Nach Spinoza gibt es
von diesen unendlich viele. Wir aber kennen nur zwei davon: die Ausdehnung und das Denken. Das erinnert zwar an Descartes, aber es ist hier ganz
anders. Bei Derscartes handelt es sich um einen radikalen Dualismus, bei Spinoza
nur um zwei Attribute in einer unendlichen Zahl von Attributen einer und derselben
Substanz. Jedes Attribut ist unendlich, Gott aber ist absolut unendlich.
Er ist eine Unendlichkeit von unendlichen Attributen.
Weil die Substanz eine ist und nichts außer ihr ist, ist ihre Einheit
ihre Notwendigkeit. Nicht-Notwendigkeit kann es nur geben, wenn mehrere
Elemente im Spiel sind. Wenn wir nur eine Substanz haben, ihre Einzigkeit
und nichts anderes, dann gibt es keinen Dualismus. Ihr Sein ist Notwendigkeit.
Diese Notwendigkeit der Substanz wird von Spinoza als Waffe gegen jede
Zweckursache eingesetzt. Descartes schrieb Gott die Freiheit der Indifferenz
zu, um ihm kein Zweckdenken zuschreiben zu müssen. Spinoza folgt ihm darin,
geht aber viel weiter. Er schreibt Gott nicht die Freiheit der Indifferenz
zu, sondern die Notwendigkeit; Gott ist die Notwendigkeit, und wenn man von
göttlicher Notwendigkeit sprechen will: für Gott ist Freiheit und Notwendigkeit
im strengen Sinne dasselbe.
Nach Spinoza ist die causa finalis, die Zweckursache, ein menschliches
Vorurteil und der Idee Gottes völlig entgegengesetzt. Sie ist nach ihm aber
auch der wahren Freiheit entgegengesetzt. Was heißt das? Wenn wir uns Ziele
setzen, die dem Mangel entsprechen, unter dem wir leiden, dann sind wir eben
nicht frei. Wir sind im Gegenteil von unserem Mangel unterjocht. Die wahre
Freiheit besteht darin, die Notwendigkeit der einen Substanz und alles, was
daraus folgt, anzuerkennen und zu bejahen. Das wollen wir zu erklären versuchen.
Es ähnelt im Grund der Erfahrung der Evidenz, der zwingenden Einsicht. Wenn
man uns in der Geometrie beweist, dass die drei Winkel eines Dreiecks 180°
ergeben, dann sagen wir: »Ich verstehe«, und es bedeutet, dass
wir dem Zwang des Beweises zustimmen. Wir können nicht sagen: »Ich verstehe,
aber ich bin nicht einverstanden.« Sobald es notwendig ist, sobald wir
die Notwendigkeit eingesehen und begriffen haben, ist es die Freude unseres
Geistes, den Beweis dieser Notwendigkeit und die Notwendigkeit selber anzuerkennen.
Analog verhält es sich mit der wahren Freiheit bei Spinoza.
Die wahre Freiheit besteht darin zu verstehen, und zwar die Notwendigkeit
der wahren Substanz zutiefst zu verstehen. Es ist nicht nur ein verstandesmäßiges
Verstehen, sondern ein verstehen der Zustimmung, wie im geometrischen Beweis.
Wir stimmen zu, weil sie uns überzeugt, weil sie die Zustimmung unserer Vernunft
erringt.
Deswegen ist für Spinoza die causa finalis, die Zweckursache, nicht
nur der Idee Gottes, sondern auch der Idee der wahren Freiheit entgegengesetzt.
Für Descartes verhielt es sich nicht so. Er sagte im Gegenteil, die Freiheit
der Indifferenz sei für den Menschen das niedrigtse Niveau seiner Freiheit.
Das Gegenteil dessen, was sie für Gott ist.
Hier aber, bei Spinoza, ist es des Menschen Aufgabe, zu versuchen, der göttlichen
Notwendigkeit anzuhängen, um nicht mehr Sklave der menschlichen Begierden
zu sein, um nichts mehr zu begehren als die göttliche Notwendigkeit. Freiheit
und Notwendigkeit sind hier wahrhaft dasselbe.
Ähnliches gibt es bei den Stoikern. Frei zu sein bedeutete für sie, mit der
Notwendigkeit der Welt übereinzustimmen, die aus der Weltseele fließt. Diese
Lehre verlangt eine ähnliche Bewegung der menschlichen Freiheit, wenn auch
nicht aufgrund rationaler Beweise, wie bei Spinoza. Beide aber erzielen dieselbe
Größe.
Es ist nicht erstaunlich, dass ein Mann, der seine Unabhängikeit selbst um
den Preis der Armut allem anderen vorzog, eine so kühne Philosophie vetrat,
die ihn mit allen Religionen in Konflikt bringen mußte. Er bekam Schwierigkeiten
mit der jüdischen Gmeinde sowie mit den christlichen Kirchen, und darum hat
er auch seine meisten Schriften nicht publiziert. Dieser selbe Mann aber hielt
es für das höchste Gut, seine Freiheit mit der göttlichen Notwendigkeit identisch
zu machen. Man spürt in seinem Werk eine Art rationalistischen Mystizismus.
Ethik, auf geometrische Weise bewiesen: die göttliche Notwendigkeit soll klar
durch eine mathematische Methode aufscheinen, die, entgegen unserer ständigen
Neigung zu den Zweckursachen, Willen und Verstand in eins überzeugt.
Substanz bei Spinoza ähnelt der Vorstellung des Parmenides. Bei Parmenides
ist die Substanz einzig, einfach, unteilbar, ewig. Ewig heißt bei ihm aber
nicht: von Dauer. Sie ist ewig, weil sie das Sein selber ist. Und hier treffen
wir auf eine der Bibel völlig entsprechende Tradition. »Ich bin der
Ewige« heißt es dort, und das ist dasselbe wie: »Ich bin, der
ich bin«, und das heißt: »Ich bin das Sein«; das heißt nicht:
ich dauere, sondern: »Ich bin das Sein« und ganz in diesem
Sinne ist die Substanz bei Spinoza unendlich. Sie ist Gott; deshalb geht man,
indem man von der Substanz ausgeht, von Gott aus: »de Deo«.
Hier dürfen wir eine Anmerkung machen. Wir finden bei den Denkern jener Zeit,
Descartes, Spinoza, Leibnitz, einen gemeinsamen Grundzug. Es sind Denker,
für die es »natürlich« ist, dass es das Sein gibt und gar nicht
»natürlich«, dass zuerst das Nichts sein könnte. Heidegger hingegen
hat in unserer Zeit die Frage gerade umgekehrt gestellt: Warum gibt es überhaupt
etwas und nicht vielmehr nichts? Es ist, als wäre für unsere Zeit das Nichts
»natürlicher«, ursprünglicher, als das Sein. Damit das Sein sei,
braucht es eine besondere Kausalität, sonst gibt es das Nichts. Dass es das
Sein gibt, muß erklärt werden, während die Tatsache dass es nichts gibt, keiner
Erklärung zu bedürfen scheint. Das ist eine neue Einstellung. Die ganze Geschichte
des Denkens hindurch sind die Menschen von der Idee ausgegangen, dass es »natürlicher«
sei, dass es ein Sein gebe, als nichts. Vor allem bei den Griechen, die keiner
Schöpfung bedurften. Von der jüdisch-christlichen Tradition an braucht es
eine Schöpfung, damit eine Welt sei, aber das Sein Gottes ist ewig. Gott als
Sein schien unerschütterlich. Es ist eine Tendenz der modernen Zeit, in gewissem
Sinn das Nicht-Sein, das Nichts als Erstes zu betrachten und einer Erklärung
dafür zu bedürfen, dass es etwas gibt.
Spinoza denkt in der Fülle des Seins. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es
ist für ihn unmöglich, dass der unendliche Gott in seiner unendlichen Kraft
des Daseins an der Existenz durch irgend etwas gehindert werden könnte. Er
kann also nicht nicht existieren. Hier wird ein Monismus der Existenz
des Seins in seiner Fülle festgestellt.
Die beiden Substanzen von Descartes werden zu zwei uns bekannten Attributen
unter der unendlichen Zahl der Attribute, die wir nicht kennen. Ausdehnung
und Dasein sind also zwei Attribute der Substanz. Gott ist causa sui und Grund von allem, was ist; ja, er ist überhaupt alles, was ist.
Und da er alles ist, was ist, weil nichts auf eine andere Art sein kann als
durch die göttliche Substanz, haben wir es nicht nur mit einem Monismus, sondern
mit einem Pantheismus zu tun.
Nach dem geklärt ist, was Attribute sind, folgt nun noch der Begriff Modus.
Bei Spinoza gibt es die Begriffe: Substanz, Attribute und Modi.
Modi sind Affektionen der Substanz. Was heißt das? Afficere ist lateinisch und heißt, jemanden oder einer Sache etwas antun. Ein Modus
ist also eine vorübergehende Seinsweise der Substanz, die in den beiden Attributen,
die wir kennen erscheint. Die Modi haben kein Sein an sich, durch sich oder
aus sich selbst. Sie sind im Gegenteil in etwas anderem, eben der Substanz,
durch etwas anderes, aus etwas anderem. Sie sind in ihrem Sein völlig abhängig
von etwas anderem. Es gibt Modi des Attributs Ausdehnung und Modi des Attributs
Denken. Diese Web-Site hier zum Beispiel ist ein Modus des Attributs Ausdehnung;
der Gedanke, den wir formulieren, ist ein Modus des Attributs Denken. Das
sind Einzelgestalten, die in den Attributen der Substanz aufeinander folgen.
Nach Spinoza gibt es eine Unendlichkeit von Modi, die alle notwendig aus der
Substanz herkommen. Wie das? Nicht durch Kausalität. Die Modi fließen aus
der Substanz wie die Eigenschaften des Dreiecks aus dem Dreieck. Das heißt,
es liegt an der Natur des Seins, der Substanz, Gottes, dass die Modi so sind,
wie sie sind. Das Dreieck ist nicht die Ursache des Faktums, dass die drei
Winkel 180° ausmachen. Nicht Ursache im modernen Sprachgebrauch. Die Modi
entstammen der Substanz, sie sind, wie sie sind, durch eine abgeleitete Notwendigkeit,
Das Verhältnis Notwendigkeit-Freiheit versetzt uns wirklich ins Herz von Spinozas
Philosophie. Vermutlich erstaunte Spinoza zuinnerst sehr darüber, wie das
zusammen bestehen könne: Gott und andererseits diese absolute Unabhängigkeit
in mir. Sartre beispielsweise behauptet in seinem Buch L´être
et le néant (3), dass
wenn Gott existiert das freie Subjekt nicht existieren kann,
weil Gott, allein durch das Gewicht seiner Existenz, die Freiheit des Subjektes
gewissermaßen ausschließe. Spinoza ging von der umgekehrten Gewißheit aus.
Er opferte aber weder Gott noch die Freiheit, sondern suchte in der tiefsten
Tiefe eine Lösung für diesen Konflikt. So ging er vor: Gott ist eine freie
Ursache, er ist die freie Ursache von allem anderen. Das heißt, Gott handelt
einzig nach der Notwendigkeit seines Wesens. Wir finden da keine Spur von
der göttlichen Freiheit, wie sie von Descartes aufgefaßt wurde, mit der Möglichkeit
eines Wechsels der Gesetze oder gar der mathematischen Bezüge. Kein Schatten
einer Veränderlichkeit in dem Begriff der göttlichen Freiheit bei Spinoza. Frei das bedeutet: gemäß der einzigen Notwendigkeit seiner Natur.
Aufgrund der Dichte des Seins in Gott ist seine Freiheit in viel höherem Maße
zwingend, als es die Notwendigkeit in irgendeinem anderen Wesen sein könnte
Die Idee der Freiheit fällt hier völlig mit der ewigen Notwendigkeit in der
Natur Gottes zusammen. Keine Launen, keine Veränderung, die Frage stellt sich
nicht.
Spinoza ist bestimmt der Philosoph des Absoluten par excellence, und da er
im Absoluten denkt, brennen die Begriffe, die wir sonst im Relativen als unterschieden
zu gebrauchen pflegen, in ein und demselben Feuer und werden gewissermaßen
ein und dasselbe.
Freiheit und Notwendigkeit sind nicht mehr zwei entgegengesetzte Pole, sondern
werden im Absoluten zu Synonymen. Frei sein heißt für Gott, nach der eigenen
Notwendigkeit zu existieren, und daher ist Gott notwendig und frei in einem.
Die Freiheit Gottes fällt mit seiner Notwendigkeit zusammen und ebenfalls
mit aller Notwendigkeit, die von ihm ausgeht. Wenn wir also meinen, der Zwang
dessen, was von Gott kommt, sei als Notwendigkeit gegen unsere Freiheit gerichtet,
dann können wir gewiß sein, dass wir uns über unsere Freiheit täuschen. Unsere
wahre Freiheit kann nur Gottes Notwendigkeit sein. Es gibt keine wahre Freiheit
gegen Gott, da ja alles Gott ist, wir eingeschlossen.
Spinoza unterscheidet hier zwei Aspekte der Substanz oder Gottes oder
zwei Funktionen. Die natura naturans und die natura naturata.
Man kann das mit »schaffende Natur« und »geschaffene Natur«
übersetzen. Die natura naturans entspricht der Substanz, die causa
sui, also Grund ihrer selbst ist; natura naturata ist das, was
aus der Notwendigkeit der Substanz fließt, ihre Modi. Und die Notwendigkeit,
die in Gott (Substanz) mit der Freiheit Gottes zusammenfällt, die seine Natur
ist, nimmt in der Welt die gestalt der Notwendigkeit an. Alles in der Welt
ist notwendig.
»Kontingenz«, das was eintrifft, aber auch nicht eintreffen könnte,
oder »Möglichkeit«: beide Begriffe bezeichnen nichts Reales. Sie
entstammen einfach unserem Nichtwissen über die Ketten der Ursachen und ihre
Herkunft aus der Notwendigkeit. Es gibt nur Notwendigkeit und Unmöglichkeit,
so wie sie aus der göttlichen Notwendigkeit-Freiheit fließen.
Wenn wir von der göttlichen Vollkommenheit sprechen, aus der alles
fließt, müssen wir verstehen, was Spinoza damit meint. Vollkommenheit heißt
ja nicht in Bezug auf ein Werteschema, mit Zweckursachen, wo es ein Streben
gäbe, wo man vollkommen nennen würde, was schön ist oder was uns glücklich
macht. Nein. Wenn wir sagen: alles fließt aus der göttlichen Vollkommenheit,
so heißt das: alles ist notwendig. Eine solche Unterscheidung läßt vom Gesichtspunkt
der göttlichen Notwendigkeit aus eine jegliche Unterscheidung zwischen Gut
und Böse nicht zu. Weil es nur das Notwendige und das Unmögliche gibt, verschwinden
Gut und Böse. Das heißt, dass die Ethik in ihrem Kern alles hinter
sich läßt, was man für gewöhnlich Ethik nennt. Damit wird diese Art von rationaler
Mystik erreicht, von der wir anfangs gesprochen haben. Weder Gut noch Böse:
Die Philosophie im Bund mit der Geometrie zerstört die Zweckursachen, die
nur ein Vorurteil sind. Die Unterscheidung von Gut und Böse stammt von uns,
von der Realtivität unseres Standpunktes. Aus Gottes Sicht und das
ist schon viel zu menschlich gesprochen , für den, der die Notwendigkeit
Gottes versteht, gibt es nur die Vollkommenheit.
Das Problem, das für Descartes unlösbar war, wird leicht lösbar bei Spinoza:
das Problem der Einheit von Körper und Seele. Körper und Seele werden zu Modi
von zwei Attributen der einen Substanz. Der Körper ist ein Modus der Ausdehnung,
die Seele ein Modus des Denkens. Ihre Zugehörigkeit ist leicht verständlich,
da beide zu einer Substanz gehören. Nur darf man sie nicht als aufeinander
wirkend auffassen, denn eine Wechselwirkung zwischen den Attributen, Denken
und Ausdehnung, gibt es nicht. Es gibt nur einen Parallelismus zwischen
dem, was im Körper, und dem, was in der Seele geschieht, weil alles in derselben
Substanz geschieht. Spinoza sagt, Ordnung und Verknüpfung der Ideen seien
identisch mit der Ordnung und Verknüpfung der Dinge. Es ist eine Einheit,
eine identische Notwendigkeit unter zwei Aspekten, aber keine direkte Wechselwirkung.In
der Substanz ist beides eins. Körper und Seele sind in der Tiefe ontologisch
eins, es ist ein und dasselbe Sein.
Wir wollen noch einmal auf die Beziehung Freiheit und Notwendigkeit zurückkommen,
um sie etwas zu veranschaulichen. Jeder von uns, wenn man ihn fragt, versucht
für eine Entscheidung, die er getroffen hat, einen Grund anzugeben. Er fühlt
aber manchmal, dass seine Entscheidung auch ohne diesen Grund nicht anders
hätte ausfallen können, weil sie in der tiefsten Freiheit seines Wesens wurzelt.
Wenn das aber so ist, werden die Gründe, die er gibt, nicht bis zuinnerst
reichen; und er hat so entschieden, weil er nicht anders konnte. Nun eben:
Frei sein in dem Grade, dass man nicht anders kann, das ist gerade das Zusammenfallen
von Freiheit und Notwendigkeit. Wir können in unserem persönlichen Leben eine
solche Erfahrung machen, und es ist geradezu das Zeichen dafür, dass eine
Entscheidung aus dem Absoluten der Freiheit stammt, wenn wir wissen: anders
konnten wir nicht entscheiden. Auf diese Weise erleben wir als Menschen das
Ineinsfallen von Freiheit und Notwendigkeit.
Wenn nun die Notwendigkeit, von der einen Substanz aus, anerkannt wird, wie
stellt sich dann das Problem des Irrtums? Wie kommt es, dass wir uns
täuschen können? Auch bei Descartes tauchte diese Frage auf. Spinoza antwortet,
der Irrtum sei eine Teilerkenntnis, ein Mangel. Er sei nichts Positives, er
komme daher, dass unser Denken nicht tief genug, nicht weit genug reicht.
Wir bleiben unter dem Einfluß und Vorurteil der Zweckursache.
Es gibt nach Spinoza drei Gattungen von Erkenntnis. Die erste ist die Sinneswahrnehmung, die im allgemeinen stehenbleibt, relativ unklar
ist und leicht in den Irrtum mündet, eben weil wir auf der Ebene der Sinneswahrnehmung
den Zweckursachen besonders leicht unterliegen. Die zweite Gattung der Erkenntnis
ist die des rationalen Denkens, und da entwickelt sich die Wissenschaft.
Die dritte ist die intuitive Erkenntnis. Die rationale Erkenntnis geht
diskursiv vor, während die intuitive Erkenntnis mit einem Blick in die ontologische
Tiefe dringt. Sie erfaßt die Modi als Ableitungen der Substanz, sie sieht
in ihnen die Substanz selbst und ihre Notwendigkeit. In der Wissenschaft,
in der rationalen Erkenntnis, verbinden wir einen Modus mit einem anderen
Modus in der Kette der Ursachen. In der intuitiven Erkenntnis dagegen verknüpfen
wir nicht mehr Modus mit Modus, sondern wir verbinden die Modi und ihre kausale
Notwendigkeit mit der ontologischen Notwendigkeit der Substanz. Nicht Modus
an Modus, sondern Modus an Substanz. Dabei entziffern wir gewissermaßen die
göttliche Notwendigkeit in der Realität der Modi. Die intuitive Erkenntnis
ist die wahre Erkenntnis. Nach ihr müssen wir streben.
Spinoza sowie Descartes fragen sich, was die Leidenschaften wohl zu
bedeuten haben. Die Leidenschaften waren in dieser Zeit sehr stark, aber auch
der Wille und die freiheit waren stark, und daraus ergaben sich große Kämpfe.
Für Spinoza sind die Leidenschaften der Seele eine Einschränkung der Erkenntnis,
ein Gefangenwerden im Nichtwissen. Die Freiheit besteht also nie darin, sich
der Herrschaft irgendeiner Leidenschaft der Seele zu unterwerfen, sondern
jede Leidenschaft durch die Einsicht in die Notwendigkeit zu überwinden.
Da steckt etwas sehr tiefgründiges: Wenn eine Leidenschaft sich an einer unabänderlichen
Notwendigkeit stößt, so erlischt sie als Leidenschaft. Niemand ist je einer
Leidenschaft für etwas völlig Unmögliches erlegen. Leidenschft nährt sich
immer von einem Rest Hoffnung, bleibt also im Raum des Möglichen. Wenn man
aber die Einsicht in die Notwendigkeit gewinnt, geht es nicht darum, einen
starken Willen zu ersticken. Die Willenskraft ist vorher erforderlich,
gerade um die Einsicht in die Notwendigkeit zu gewinnen. Wenn wir soweit gelangt
sind, sind die Leidenschaften schon überwunden.
Und das ist Freiheit. Nach Spinoza bedeutet sie Freude und Heiterkeit. Sie
versteht die göttliche Notwendigkeit, sie identifiziert sich mit ihr. Dann
werden wir fähig wie Spinoza es formuliert , alles sub specie
aeternitatis zu betrachten, unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit. Das
heißt: in Gottes ewiger Notwendigkeit. Daher bekommt die Ewigkeit der Seele
ihren Sinn. Durch die Notwendigkeit Gottes, die in allem Sterblichen herrscht,
ist alles ewig.
Ist das nun also eine Philosophie der Immanenz oder
der Transzendenz? Gewöhnlich hält man sie für eine Philosophie der Immanenz
um ihres Pantheismus willen: Gott ist weder vor noch über, noch außerhalb
der Welt. Aber in dieser Immanenz herrscht eine solche Transzendenz, spricht
ein solches Überholen durch das Innerste des Seins, dass man diese Philosophie
für die allertranszendenteste halten kann.
( zurück zur Einleitung )
Abschließend sei der 42. Lehrsatz des letzten Buches der Ethik, das von der Freiheit des Menschen handelt, wiedergegeben:
»Nicht die Glückseligkeit ist Lohn der Tugend, sondern die Tugend selbst; und wir erfreuen uns derselben nicht, weil wir die Lüste einschränken, sondern umgekehrt, weil wir uns jener erfreuen, darum sind wir imstande, die Lüste einzuschränken.«
Dann folgt, was Spinoza den Beweis nennt: »Die Glückseligkeit
besteht in der Liebe zu Gott, welche Liebe aus der dritten Gattung der Erkenntnis
fließt; daher muß diese Liebe auf den Geist, sofern er handelt, bezogen werden;
und mithin ist sie die Tugend selbst. - Dies wäre das erste. - Sodann, je
mehr der Geist dieser göttlichen Liebe oder Glückseligkeit sich erfreut, hat
er die Macht, die Begierden einzuschränken. Und weil das Vermögen des Menschen,
die Affekte zu hemmen, in der Erkenntnis allein besteht, darum erfreut sich
keiner der Glückseligkeit, weil er die Affekte gehemmt hat, sondern umgekehrt,
seine Macht, die Affekte zu hemmen, entspringt aus der Glückseligkeit selbst
wie zu beweisen war.
Erläuterung. Damit habe ich alles erledigt, was ich von der Macht des Geistes über die Affekte und von der Geistesfreiheit vorbringen wollte. Es erhellt daraus, wieviel der Weise vermag und um wieviel vorzüglicher er ist denn der Tor, der von seiner Lust allein bewegt wird. Denn abgesehen davon, dass der Tor von den äußeren Ursachen auf vielfache Weise umgetrieben wird und niemals im Besitze der wahren Seelenruhe zu finden ist, lebt er überdies gleichsam unbewußt seiner selbst und Gottes und der Dinge, und sobald er aufhört, von Leidenschaften bewegt zu werden, hört er auch auf zu sein. Während dagegen der Weise als solcher kaum in seiner Seele beunruhigt wird, sondern, nach einer gewissen ewigen Notwendigkeit seiner selbst und Gottes und der Dinge bewußt, niemals zu sein aufhört, sondern immerwährend im Besitze der wahren Seelenruhe sich findet.
Wenn nun auch der von mir gezeigte Weg, der dahin führt, überaus schwierig scheint, so kann er doch gefunden werden. Und allerdings muß eine Sache recht schwierig sein, die so selten angetroffen wird. Denn wie sollte es geschehen, dass das Heil, wenn es so leicht zur Hand wäre und ohne viel Mühe gefunden werden könnte, dennoch von fast jedermann vernachlässigt wird?
Doch das Vortreffliche ist ebenso schwierig wie selten.« (4)
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Anmerkungen
1 Jeanne Hersch: "Das Philosophische Staunen",Piper-Verlag München, 1989 ( zurück )
2 "Die politische Suspension des Ethischen", Suhrkamp 2005:38 ( zurück )
3 Jean-Paul Sartre: "Das Sein und das Nichts", Versuch einer phänomenologischen Ontologie. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Philosophische Schriften, 3). 11. Auflage.
Herausgegeben von Traugott König. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1993 ( zurück )
4 B.Spinoza: "Die Ethik. Fünfter Teil" frei nach der Übersetzung von J.Stern, Reclam
Tractatus de intellectus emendatione
Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes, 1661 entstanden, unvollendet,
postum erschienen
Renati Descartes principiorum philosophiae mori geometrico domonstrata
Descartes
Die Prinzipien der cartesianischen Philosophie auf geometrische Weise begründet,
1663
Tractatus theologico-politicus
Theologisch-politischer Traktat, gedruckt 1670
Ethica, more geometrico demonstrata
Ethik, mit geometrischer Methode bewiesen, 1677
Tractatus politicus
Abhandlung vom Staate, 1675 begonnen, 1677 postum erschienen)
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Links
Spinoza
Gesellschaft Uni Hannover
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Philosophie Spinozas hat
im deutschsprachigen Raum mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten
ein fast schlagartiges Ende gefunden. Dieser Bruch in der Forschungstradition
ist bis heute noch spürbar wie ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt. Aufgabe
der Spinoza Gesellschaft sind die besondere Förderung der deutschsprachigen
Spinoza-Forschung und die Förderung der Wiedereinbürgerung Spinozas in die
deutschsprachige Kultur.