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Mustafa Kemal  —  "Atatürk"

Mustafa Kemal (später Atatürk) wurde 1881 in Thessaloniki geboren. Sein Vater war Ali Riza Efendi, seine Mutter Zübeyde Hanim. Er ist der Gründer der (modernen) Türkei, wie sie sich aus dem zerfallenden Osmanischen Reich heraus entwickelte. Als Schüler besuchte er zunächst auf Wunsch der Mutter eine islamisch-religiös orientierte Schule, durfte aber nach einigen Problemen auf eine andere Schule wechseln, die eher der europäischen Kultur zugewandt war. Dort machte er 1892 seinen Schulabschluss. 1893 schrieb er sich dann in die Militärschule von Thessaloniki ein, die er 1896 abschloss. Im weiteren Ausbildungsverlauf - dem militärischen Lyzeum - interessierte er sich auch für Literatur und Politik und lernte Französisch. 1899 kam Mustafa Kemal nach Istanbul, damals die Hauptstadt des zerfallenden osmanischen Reiches, und besuchte die dortige Militärschule und die Militärakademie. 1902 wurde er zum Leutnant im Heer befördert.

Zu dieser Zeit gab es an den militärischen Ausbildungsstätten des damaligen Osmanischen Reiches starke, westlich orientierte Reformbestrebungen. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts waren Öffnungstendenzen gegenüber dem Westen auch von osmanischen Herrschern gefördert worden, bis hin zu der von Sultan Abdülhamid II. 1876 eingeführten Verfassung nebst Parlament, die er allerdings zwei Jahre später widerrief. Dies war der Ansatzpunkt der jungtürkischen Oppositionsbewegung vor allem an den Militärschulen, an die Mustafa Kemal nun in Manastir Anschluss fand. Zusammen mit seinen Gleichgesinnten gründete er an der Akademie einen geheimen Bund, "Vatan" (Vaterland). Durch die Publikation einer Zeitung durch diesen Bund erlangten auch die Ordnungskräfte Kenntnis von diesem Bund und gingen gegen ihn vor. Dies wurde aber vom Kommandanten der Akademie, Ali Riza Pascha, vertuscht. Er hatte Bedenken um seine eigene Position.
Im Jahre 1903 wurde Mustafa Kemal zum Oberleutnant befördert, nach der Absolvierung der Akademie um 1905 zum Hauptmann im Generalstab. Während seiner Stabsausbildung wurde Mustafa Kemal zum 30. Reiterregiment der 5. Armee in Damaskus geschickt. Abseits der großen Provinzen, erkannte er die überall herrschenden verheerenden Umstände im osmanischen Reich. Er nahm an der Niederschlagung des Aufstandes der Drusen gegen das Reich in Libanon teil. In Damaskus lernte er den ehemaligen Studenten der Medizin beim Militär, Haci Mustafa kennen. Gemeinsam mit ihm und weiteren zwei Freunden gründeten sie im Jahre 1906 den "Vaterlands- und Freiheitsverein". In den nächsten Jahren erweiterte er seine konspirativen politischen Aktivitäten.

Innerhalb des "Komitees für Eintracht und Fortschritt" stieß er auf wenig Vertrauen. Es kam zu Uneinigkeit zwischen der Partei für Eintracht und Fortschritt und ihm, da er entschieden die Meinung vertrat, daß Politik und Militär voneinander getrennt werden müßten. Er wurde daraufhin von Thessaloniki weggeschickt, nach Tripolis, um einen Aufstand gegen das konstitutionelleRegime (1908) niederzuschlagen. Dies gelang ihm ohne Blut zu vergießen. In den nächsten Jahren wurde Mustafa Kemal zunehmend als Gegner der Partei benannt und entkam zwei Mordanschlägen. Er verabschiedete sich von der Politik und widmete sich ganz seiner Militärkarriere.

1911 kämpfte Mustafa Kemal in Tripolis gegen die Italiener. Als Major führte er unterlegene türkischen Einheiten und Beduinen. Als er nach Istanbul zurückkehrte, war im Balkan der Krieg ausgebrochen die osmanische Armee war an allen Fronten geschlagen worden. Die Bulgaren kamen bis vor Catalca. Im Sommer des Jahres 1913 beteiligte er sich am Feldzug zur Rückeroberung Edirnes von den Bulgaren. Im Herbst 1913 wurde Mustafa Kemal Militärattaché in Sofia. Er übernahm die Aufsicht zweier türkischsprachiger Zeitungen. Später übernahm er zusätzlich das Amt des Militärattachés in Belgrad und Tschetine. In Sofia wurde er auch zum Oberstleutnant befördert. 1915 schlug Mustafa Kemal in der Schlacht bei den Dardanellen den Angriff der Briten zurück. Nach diesen Erfolgen wurde er zum Oberst befördert. Danach erzielte er als Kommandant auf der Halbinsel Gallipoli bedeutende Siege über die Entente (Frankreich, England, Russland). Bei Conkbayir wurde er verwundet. 1917 wurde er in Diyarbakir zum Brigadegeneral befördert. Dort schlug er die russische Armee und befreite die Städte Bitlis und Mus. In Istanbul diente er danach im Hauptquartier des Heeres. Gemeinsam mit Mehmed Vahdettin Vl. - damals Thronfolger - besuchte er Deutschland auf Einladung Kaiser Wilhelm II. Von dieser Reise kehrte er krank zurück. Seine chronischen Nierenbeschwerden bzw. eine beginnende Leberzirrhose hatten sich verschlimmert. Zum zweiten Mal wurde er zum Kommandanten der zwischen südlich von Nablus und dem Fluß Jordan stationierten 7. Armee ernannt. Hier kämpfte er gegen die Engländer und brachte seine Armee in den Osten des Jordans. Nördlich von Aleppo schlug er die Offensiven der Engländer zurück. Nach dem Friedensvertrag von Mudros (auf der Insel Lemnos) kehrte er nach Istanbul zurück.

Mustafa Kemal kam am Hof viermal mit dem neuen Sultan Mehmed Vahdettin Vl. zusammen. Bei diesen Gesprächen vermittelte der Sultan an Mustafa Kemal folgende Ansicht: "Wenn Sie möchten, können Sie das Land retten." Die nach dem Ersten Weltkrieg beginnende Demobilisierung der osmanischen Armee und die faktische Auflösung des Osmanischen Reichs durch die Entente-Staaten ruft Widerstand in den nicht besetzten türkischen Gebieten hervor. Er wird zum Armeeinspekteur ernannt, nimmt aber seinen Abschied aus der Armee, weil er einen unabhängigen türkischen Staat anstrebt. Im Mai 1919, nach dem Einmarsch der griechischen Armee nach Smyrna, dem heutigen Izmir und der italienischen Armee in Anatolien organisiert Atatürk den nationalen Widerstand auf zwei Nationalkongressen und wird Oberbefehlshaber einer Armee gegen die Griechen. Die nationale Bewegung erklärt 1919 im "Nationalpakt" die Unabhängigkeit und das Selbstbestimmungsrecht aller türkischen Gebiete zu ihrem Ziel. Atatürk gündet ein Repräsentativkomitee als Gegenregierung und wird dessen Vorsitzender.

In Erzurum erhielt Mustafa Kemal ein Telegramm aus Istanbul, wonach er seines Amtes enthoben und in die Hauptstadt zurück bestellt wurde. Er antwortete mit seiner Kündigung. Ohne militärischen Rang und Beamtung wurde Mustafa Kemal fortan der Kopf der nationalen Bewegung. Am 23. Juli eröffnete er mit 54 Delegierten den Erzurumer Kongress, der 14 Tage dauerte. In der Abschlussresolution wurde verkündet, daß "das Vaterland, innerhalb seiner nationalen Grenzen, eine Einheit ist und diverse Teile des Landes nicht voneinander getrennt werden können". Ferner wurde erklärt, daß ein Mandat nicht akzeptiert werden kann, die Besetzung des Landes nicht anerkannt wird, man ein Volksparlament zusammenrufen wird, und, daß nationale Kraft und nationale Verfügung das wesentliche sind. Die Resolution wurde am 7. August 1919 unterzeichnet. Mit 33 Delegierten aus 13 Provinzen wurde am 4.9.1919 der Sivaser Kongreß eröffnet. Die in Erzurum getroffenen Beschlüsse wurden mit kleinen Änderungen anerkannt. Nach langen Diskussionen wurde der Vorschlag einiger aus Istanbul angereisten Delegierten über die Anerkennung des amerikanischen Mandats abgelehnt. Die Beschlüsse wurden der Istanbuler Regierung mitgeteilt.

In Ankara, damals einer kleinen Stadt in Zentralanatolien, wurde Mustafa Kemal vom Volk herzlich und unter großem Beifall begrüßt. Das Gebäude der Schule für Landwirtschaft wurde zum Quartier des Rates der Abgesandten. Fortan sollte die nationale Freiheitsbewegung aus Ankara gesteuert werden. Hier nahm Mustafa Kemal auch die Arbeiten für ein Parlament auf. In einem Gebäude in Ulus - heute Parlamentsmuseum - tagte am 23. April 1920 das erste Parlament, die Große Türkische Nationalversammlung. Zahlreiche osmanische Abgeordnete, die aus Istanbul flüchteten, sowie die aus Anatolien gewählten Abgeordneten kamen im Parlament zusammen. Mustafa Kemal wurde als Abgeordneter aus Ankara gewählt. Am Tag darauf wurde er mit 110 Stimmen zum Präsidenten des Parlaments und 10 Tage später zum Präsidenten des Ministerrates, also zum Ministerpräsidenten gewählt. Am 11. Mal 1920 verurteilte die Istanbuler Regierung Mustafa Kemal zum Tode. Das Urteil wurde vom Sultan unterzeichnet.

Mustafa Kemal wurde vom Parlament zum Oberbefehlshaber der Armeen der Ankaraer Regierung gewählt und führte dieses Amt bis zur Befreiung Smyrnas / Izmirs am 23. August 1921.Während des Befreiungskrieges kamen die griechischen Besatzungstruppen auf bis zu 50 km südlich an Ankara heran. Unter dem Befehl von Mustafa Kemal schlugen unterlegene türkische Truppen die griechische Armee. Am Morgen des 26. August 1922 gab Mustafa Kemal den Befehl zur Großoffensive gegen die griechische Besatzungsmacht, die sich nach Westen hatte zurückziehen müssen. Am 5. Tag der Kämpfe kapitulierte die griechische Armee bei Dumlupinar und ergriff die Flucht. Die Dörfer auf den Fluchtwegen der griechischen Truppen bis Smyrna / Izmir wurden währenddessen von den Griechen zertrümmert und abgebrannt. Nach der Schlacht von Smyrna / Izmir traf Mustafa Kemal zusammen mit seinen Kampfgefährten Ismet Inönü und Fevzi Cakmak ein. Hier wurde zu Füßen Mustafa Kemals eine griechische Fahne ausgebreitet. Ärgerlich wies er an, die Fahne solle aufgehoben werden und erklärte: 'Den Fehler der Griechen, die auf die türkische Fahne traten, will ich nicht begehen.' Mustafa Kemal beantragte die Aufhebung des Sultanats bei der Großen Türkischen Nationalversammlung. Das Sultanat wurde per Gesetz aufgehoben.

Der 42-jährige Atatürk ließ sich mit Latife Hanim in Smyrna / Izmir 2 Tage nach dem Tode seiner Mutter trauen, allerdings nicht kirchlich, sondern ausschließlich staatlich. Die Ehe dauerte 2,5 Jahre und endete am 5.8.1925. Atatürk heiratete nicht wieder.


Vor Ausruf der Republik am 29. Oktober 1923 wurde nach langen Arbeiten folgender Grundsatz anerkannt und deklariert:

1.Die Verwaltungsform des türkischen Staates ist die Republik.
2.Der türkische Staat wird vom türkischen Parlament verwaltet.
3.Die einzelnen Ämter der Regierung verwaltet der Ministerrat.

Am Abend zum 29. Oktober 1923 wurde die Türkische Republik ausgerufen. Mustafa Kemal wurde mit den 158 Stimmen der Parlamentarier zum Staatspräsidenten der Türkei gewählt. Auch in den Jahren 1927, 1931, und 1935 wurde er erneut gewählt und führte dieses Amt 15 Jahre. Für den 15.6.1926 planten politische Gegner ein Attentat, da sie kein Vertrauen in die Republikhatten. Bei einem Besuch in Izmir sollte Mustafa Kemal erschossen werden. Die Regierung wurde jedoch darüber unterrichtet und Mustafa Kemal entging diesem Versuch. Erst durch ein Gesetz vom 24.11.1934 wurde Mustafa Kemal der Nachname "Atatürk" verliehen, was übersetzt heißt:Vater der Türken. Er galt als Einzelname und dürfte durch ein weiteres Gesetz von keinem anderen angenommen werden. Atatürk wurde im Jahre 1938 krank und die Heilungsversuche der inländischen und ausländischen Ärzte halfen ihm nicht. Er verstarb am 10.11.1938 in Istanbul. Er war 57 Jahre alt und seit 15 Jahren Präsident der Türkischen Republik .Nach zahlreichen Zeremonien der inländischen und ausländischen Trauergäste wurde sein Leichnam mit einem Kriegsschiff nach Izmit und danach in einem weißen Zug nach Ankara gebracht. Sein Leichnam wurde am 21.11.1938 vorübergehend im Ethnologischen Museum untergebracht und erst am 10.11.1953 in das Anitkabir-Mausoleum überführt.

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Wichtige Reformen Atatürks

Die Aufhebung des Sultanats (1.11.1922):

Auf der 130. Sitzung der Großen Türkischen Nationalversammlung wurde das Gesetz ratifiziert, durch das das Sultanat aufgehoben wurde. Das osmanische Sultanat ging bis dahin von dem Vater auf den Sohn über. Um mit der zerfallenen osmanischen Regierung nicht gemeinsam an den Friedensverhandlungen in Lausanne teilnehmen zu müssen, wurden Sultanat und Kalifat voneinander getrennt. Der Regierung war Zusammenarbeit mit den alliierten Mächten vorgeworfen worden. Das genau 623 Jahre dauernde osmanische Sultanat nahm somit ein Ende. Der letzte Sultan, Mehmed Vahdettin VI., verließ das Land genau 16 Tage nach Ratifizierung des Gesetzes mit einem britischen Schiff.

Die Aufhebung des Kalifats (3.3.1924):

Nach dem die Osmanen im Jahre 1517 von den Arabern das Kalifat antraten, blieb es bis 1924 in den Händen der osmanischen Sultane. Während dieser Zeit waren die Sultane Herrscher und Glaubensführer aller Muslime. Der osmanische Staat basierte auf islamisch fundierten Grundsätzen Obwohl Sultan Mehmed Vahdettin VI. ins Ausland floh und das Sultanat aufgehoben wurde, fanden sich immer noch Anhänger, die das Kalifat begrüßten, so z.B. auch das des letzten Kalifen Abdülmecid Efendi. Aus diesen Gründen wurde das Kalifat anfangs beibehalten. Doch Abdülmecid verhielt sich währenddessen weiterhin wie ein Sultan. Am 3.März 1924 entschied die Große Türkische Nationalversammlung die Aufhebung des Kalifats mit Gesetz Nr. 431. Die osmanische Dynastie - der Kalif und seine Verwandtschaft - wurden ins Exil verbannt. Am Morgen des 5. März 1924 verließen sie die Türkei. Somit wurden Religion und Staat endgültig voneinander getrennt.

Vereinigung der Schulen (3.3.1924):

Die Ratifizierung des Gesetzes Nr. 430 über die Vereinigung der Lehranstalten war der erste Schritt im Obergang zum Laizismus. Die religiös unterrichtenden Schulen für Geistliche und Richter wurden aufgehoben. Diese Schulen unterrichteten' nur Religion und lehrten nichts weiter als Ehrfurcht vor Gott. Alte Schulen kamen unter die Kontrolle des Erziehungsministeriums. Eine Schulpflicht wurde eingeführt. Im Jahre 1933 wurde die erste im heutigen Sinne moderne Universität eingerichtet.

Die Schließung der Derwischekloster (2.9.1926):

Am 2. September 1925 beschloss der Ministerrat die Schließung der Derwischkloster und der religiösen Mausoleen. Die Orden als religiöse Institutionen wurden verboten. Damit wurden den Quellen der religiösen Aufstände, so z.B. des Scheich - Said - Aufstandes, beseitigt. Eine aufgeklärte Weltauffassung wurde eingeführt.

Kleidungsreform (25.11.1926):

Durch ein Gesetz wurde eine Reform durchgesetzt, die das Tragen der traditionellen Kopfbedeckung, des Fez, weit gearbeiteten sogenannte Pluderhosen, Derwischmützen, sowie Schador usw. untersagte. Das tragen eines Hutes, statt des bis dahin traditionellen Fez wurde angeregt, Frauen waren vom Schador befreit.

Kalenderreform (26.12.1926):

Das von der ganzen Welt anerkannte 24 Stunden-Zeitmaß wurde gesetzlich übertragen. Während der osmanischen Herrschaft diente der Zeitpunkt der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im Jahre 622 als Ausgangspunkt. Durch die Zeitreform wurde die international anerkannte Zeitrechnung basierend auf dem gregorianischen Kalender angenommen. Der Zeitreform trat am 1.1.1926 in Kraft.

Reform in der Rechtssprechung (17.2.1926):

Im osmanischen Reich urteilten die Richter nach dem islamischem Gesetz, dem Koran. Solche Gerichte wurden am 8. April 1924 bereits aufgehoben. Übernommen wurde das Schweizer Zivilgesetz, das den türkischen Staatsbürgern im Hinblick auf persönliche Rechte und Beziehungen Modernität gewährte. Durch dieses Gesetz Nr.743 wurde die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, die Heirat durch das Standesamt und eine gerechte Erbschaft eingeführt. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht übernommen.

Frauenrechte (17.2.1926):

Durch ein Gesetz wurde die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz eingeführt. Die Frau erhielt im Alltag alle dem Mann gewährten Rechte. Die Frau durfte jeden Beruf aufnehmen. Dem Mann wurde die Ehe mit mehr als einer Frau verboten. Gleichberechtigung galt auch bei der Scheidung. Bei Erbschaftsverhältnissen wurde eine Gleichberechtigung für Sohn und Tochter eingeführt. Im Jahre 1930 wurde den Frauen die Teilnahme an Kommunalwahlen, 1934 an den Parlamentswahlen gewährt. Fortan konnten Frauen ins Parlament gewählt werden.

Reform des Alphabets (1.11.1928):

Bis zu dieser Reform war die osmanische Amtssprache das vor Jahrhunderten durch den Einfluß der Araber und Perser entstandene arabisch-persisch-türkische Alphabet. Die vielen arabischen und persischen Worte, die nicht in den Aufbau der türkischen Sprache passten, waren vor allem für die Kinder äußerst schwierig zu erlernen. Auf Anweisung Atatürks wurde im Jahre 1927 ein linguistischer Expertenrat zusammengerufen, der dann das an die türkische Schreib - und Artikulationsweise passende lateinische Alphabet untersuchte. Statt der alten arabischen Wörter wurden lateinische anerkannt. Folglich nahm schon in wenigen Jahren die Zahl der Analphabeten ab und viele Türken erlernten viel einfacher Fremdsprachen. Zahlreiche, in arabisch gedruckte Literatur und Fachbücher wurden ins türkische übersetzt und damit für die junge Generation zugänglich.

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